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Kurze Antwort
Auf internationaler Ebene bilden die Standards der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2010 das wichtigste Referenzdokument. Für Personen ohne medizinische Ausbildung ist in der Regel eine 4-jährige Ausbildung von etwa 4200 Stunden vorgesehen (Typ I); für Gesundheitsfachkräfte wie Ärzte und Physiotherapeuten in der Regel eine Ausbildung von etwa 1000 Stunden (Typ II). Das Recht zur Berufsausübung wird durch die Gesetzgebung des jeweiligen Landes bestimmt.
Die Osteopathie-Ausbildung unterscheidet sich von Land zu Land. Auf internationaler Ebene sind das wichtigste Referenzdokument die 2010 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichten Standards für die Ausbildung in Osteopathie.
Zwei Ausbildungsmodelle
Die WHO beschreibt zwei Wege der Osteopathie-Ausbildung:
| Modell | Für wen | Dauer und Umfang |
|---|---|---|
| Typ I | Personen ohne medizinische Ausbildung, die eine weiterführende Schule abgeschlossen haben | In der Regel 4 Jahre Vollzeitausbildung, etwa 4200 Stunden, davon mindestens 1000 Stunden beaufsichtigte klinische Praxis |
| Typ II | Fachkräfte, die bereits eine Ausbildung im Gesundheitswesen absolviert haben, zum Beispiel Ärzte und Physiotherapeuten | Ziel und Inhalt sind gleich, die Dauer wird jedoch an die vorherige Ausbildung angepasst, in der Regel etwa 1000 Stunden |
Absolventen des Typs II müssen dieselben Kompetenzen nachweisen wie Absolventen des Typs I.
Was muss ein Osteopath können?
Im WHO-Dokument werden 12 Kernkompetenzen aufgeführt. Dazu gehören die Geschichte und Philosophie der Osteopathie, die medizinischen Grundlagenfächer, Differenzialdiagnostik und Behandlungsplanung, Palpation, körperliche Untersuchung, die Interpretation von Bildgebungs- und Laborbefunden, Biomechanik, eine fundierte Kenntnis der Indikationen und Kontraindikationen sowie die kritische Bewertung der wissenschaftlichen Literatur.
In Europa
Die Norm EN 16686:2015 des Europäischen Komitees für Normung legt die Anforderungen an osteopathische Dienstleistungen, Ausbildung und Berufsethik fest. Diese Norm ist freiwillig und verleiht keine Lizenz. In Deutschland dauert beispielsweise das berufsbegleitende Programm der Osteopathie Schule Deutschland 4 Jahre und umfasst etwa 1350 Kontaktstunden.
Anerkennung des Diploms
Osteopathie ist nur in wenigen Ländern ein gesetzlich geregelter Beruf. Informieren Sie sich vorab über die Anforderungen des Landes, in dem Sie arbeiten möchten. Einen kurzen Überblick nach Ländern gibt die Seite „Was ist Osteopathie?“.
Quellen
- Weltgesundheitsorganisation (2010). Ausbildungsstandards für die Osteopathie. ISBN 978-92-4-159966-5. who.int (öffnet in neuem Fenster)
- EN 16686:2015. Erbringung osteopathischer Gesundheitsdienstleistungen (europäische Norm). sis.se (öffnet in neuem Fenster)
- Osteopathie Schule Deutschland — berufsbegleitende Osteopathie-Ausbildung osteopathie-schule.de (öffnet in neuem Fenster)
- Verband der Osteopathie-Schulen in Deutschland (BAO) — Profil der OSD bao-osteopathie.de (öffnet in neuem Fenster)
Dieser Artikel dient der Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Beratung.